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Cheater auf PC: Infinity Ward, where are you?
15.03.2012 um 14:50 Uhr - Poison

Call of Duty: Modern Warfare 3

Cheater auf PC: Infinity Ward, where are you?

 

 

 

 

 

 

In Online-Spielen sind Cheater und Hacker nicht wirklich etwas Neues. Mit ihren kleinen Helferlein verderben sie das Spielerlebnis für alle Mitzocker und sorgen noch dazu für ein immer größeres Misstrauen der Spieler untereinander. Infinity Ward hat noch im November letzten Jahres zahlreiche Foren- und Twitterbeiträge verfasst, wie sie dieser Pest an den Kragen gehen wollen. Doch in jüngster Zeit wird Modern Warfare 3 immer mehr von diesen unsäglichen Spielverderbern geflutet – zumindest auf PC. Aber vom Entwickler ist weit und breit weder etwas zu sehen, noch zu lesen. Wo bist du IW!?

Kurz nach Release von MW3 sorgten zahlreiche Bugs für Ärger, wurden jedoch zwischenzeitlich mit Patches und Hotfixes weitestgehend behoben. Über das Waffenbalancing kann man sich weiterhin hervorragend streiten; das ist jedoch eine Diskussion, die so alt ist wie die Serie selbst. Zwar gehört ein Anteil Cheater ebenso zum Spiel dazu wie der Helikopter zu den Airstrikes, doch waren sie bislang noch halbwegs zu ertragen – in Black Ops sogar nahezu verschwunden. Auf jeden Fall hatte man dort noch dank dedizierter ranked Server die Möglichkeit, als Admin selbst für Ruhe und Spielspaß zu sorgen.

Im IW.net ist dies nicht möglich und das nutzen die Cheater zunehmend aus. Waren es sonst nur Flamer, Nörgler und singende 13-jährige, die einem in den Lobbies auf die Nerven gingen, gibt es mittlerweile kaum noch eine Spielrunde, in der nicht ein Cheater auftaucht und alles in Grund und Boden schießt. Bislang tummelten sie sich fast ausschließlich im Spielmodus Bodenangriff, doch fühlen sie sich mittlerweile scheinbar so sicher, dass auch die kleinen Listen davon nicht mehr verschont bleiben und jedes zweite Spiel damit endet, dass man die Lobby vorzeitig verlässt.

Und nein, es sind nicht einfach nur gute Spieler mit einer hervorragenden K/D und zig hundert Stunden auf dem MW3-Tacho. Viele verhalten sich mittlerweile so unverfroren offensichtlich, dass kein Zweifel mehr an einer laufenden Spielhilfe bestehen kann. So wird das Verteilen von Headshots durch drei Wände, in rasender Geschwindigkeit hin- und herswitchende Fadenkreuze und Killcams, in denen man durch die Wand beobachtet wird, bereits zur Normalität.

Dazu wächst das Misstrauen untereinander. Viele Spieler die mehrere Lobbies hintereinander unter Aimbotnutzer und Wallhacker zu leiden hatten, spielen nicht mehr entspannt und vermuten hinter jedem Lucky Kill oder tatsächlich gutem Spieler erneut einen Cheater – was sich extrem negativ auf die Stimmung und den Spaß miteinander auswirkt.

Ein einst gutes Spiel droht in einer Flut an Cheatern und Misstrauen zu ersticken – begleitet von einem Gefühl der Hilflosigkeit, denn eine Meldefunktion an den Entwickler sucht man bei der PC-Version vergeblich. Infinity Ward scheint sich des Problems zwar bewusst zu sein, bietet aber nur eine eher unbequeme Alternative, die Cheater mit Beweis-Videos über Twitter zu melden. Umständlich und nicht wirklich hilfreich, denn die Garantie für einen Bann erhält man nicht.

Auch das in Modern Warfare 3 verwendete Anticheat-Programm VAC bannt nur in Wellen, die sich erst Wochen bis Monate später auswirken. Bis dahin haben die meisten Cheater ein neues Programm am Laufen oder erstellen schlicht einen neuen Account. Von den Spielern, die in der Zwischenzeit MW3 ins Regal zurückstellen und nie wieder anfassen wollen, ganz zu schweigen. Cheater an Steam zu melden bleibt gefühlt ohne jede erkennbare Wirkung.

Immerhin, die gehackten Lobbies bleiben selten, Infinity Ward hatte dafür vor geraumer Zeit einige Maßnahmen auch für PC ausgelöst, die zu greifen scheinen. Viele XP-Booster haben sich auch eine Weile auf sogenannten XP-Boost Server herumgetrieben, mit denen sie ihren Punktestand auch innerhalb des IW.net hochpushen konnten. Diese funktionieren nach Patch v1.09 aktuell nicht mehr, weshalb auch die Wahrscheinlichkeit von hacked Lobbies wieder steigt. Ob IW etwas dagegen tun wird, bleibt fraglich und Activision hat als reiner Publisher in Sachen Cheater und Hacker weder die Verantwortung, noch eine Handhabe - hier entscheidet allein der jeweilige Entwickler, ob und was getan wird.

Aber Infinity Ward hüllt sich bezüglich der Cheaterpest in Schweigen. Hatten sie im November letzten Jahres noch kräftig mit dem Säbel gerasselt, Banns verteilt und ihren „Banning Process“ vorgestellt (wir berichteten hier und hier), hört und liest man seit einigen Monaten nichts mehr zu dem Thema, weder über Twitter noch in Artikeln oder gar Interviews. Das Cheaterproblem mag zwar auf den Konsolen weitestgehend eingedämmt zu sein, die PC'ler sind jedoch den Spielverderbern weiterhin hilflos ausgeliefert.

Vielleicht ist die Entwicklung der kommenden DLC's zu zeitintensiv, um sich noch um das laufende Spiel zu kümmern? Dann sollte Infinity Ward die Prioritäten neu sortieren, denn wenn sich hier nichts ändert ist bald niemand mehr da, der die Content Collections für den PC überhaupt noch kaufen will. Jedenfalls nicht für einen von Cheatern verseuchten, unspielbaren Multiplayer.

Link: CallofDutySeries

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